Über Selbstliebe und Authentizität

(Von Christopher Hensellek)

Oft sind wir empathische Menschen mit unserer Aufmerksamkeit bei den Anderen. Wir sind empfindsam, können Bedürfnisse und Stimmungen von anderen Menschen erspüren, ohne uns großartig anstrengen zu müssen. Das ist eine Gabe, die aber leider auch oft Probleme bereiten kann – sowohl im Beruf, als auch im privaten Umfeld, wie zum Beispiel in Freundschaften und auch in der Partnerschaft.

Ich persönlich habe zum Beispiel in meinen früheren Beziehungen immer sehr darauf geachtet, dass es meiner Partnerin gut geht und ich ihr möglichst alles recht mache.

Eins habe ich dabei leider vergessen: MICH!

Daran zerbrachen letztendlich alle meine Beziehungen. Aber erst durch diese Erfahrungen habe ich es gelernt, auf mich selbst zu achten, mir selbst und meinen eigenen Bedürfnissen Raum zu geben. Ich habe gelernt, mir zu erlauben, ICH zu sein. Seitdem ich mich selbst besser kennengelernt und akzeptiert habe, kann ich nun auch in einer Beziehung auf mich achten und zu mir stehen. Seitdem ich wieder eine Freundin habe, führe ich eine tiefgründige, erfüllte und größtenteils harmonische Beziehung, in der wir uns so sein lassen können, wie wir sind und trotzdem zusammen glücklich sein können. Wir können miteinander wachsen und uns entwickeln und machen uns für unsere Befindlichkeiten nicht gegenseitig verantwortlich, sondern übernehmen Eigenverantwortung für unseren inneren Zustand. Wir machen uns einander auf bestimmte Dinge aufmerksam und reden viel miteinander über unsere Gefühle und Befindlichkeiten. So kann sich kein unausgesprochener Groll oder etwaige negative Stimmung innerlich anstauen. Aber auch das Kommunizieren in Beziehungen musste ich erst lernen.

Es ist so immens wichtig, auf sich selbst zu achten.

Das ist kein Egoismus, sondern Authentizität. Wenn du authentisch bist, akzeptierst und liebst du dich selbst, mit allen Ecken und Kanten, mit all deinen Verhaltensweisen, die dich besonders machen. So wirst du genau die Situationen, Menschen und Beziehungen anziehen, die ideal zu dir und deinem Wesen passen und zudem noch deiner weiteren persönlichen Entwicklung dienlich sind.

Charlie Chaplin hat ein sehr schönes und passendes Gedicht zu diesem Thema verfasst, das ich auch meinen Webinar- und Seminarteilnehmern/-innen immer mit auf den Weg gebe, als Erinnerung an die gemeinsame Zeit:

 

Charlie Chaplin: „Als ich mich selbst zu lieben begann“

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit, zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin und dass alles, was geschieht, richtig ist – von da an konnte ich ruhig sein. Heute weiß ich:
Das nennt man VERTRAUEN.

Als ich mich selbst zu lieben begann, konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben. Heute weiß ich:
Das nennt man AUTHENTISCH SEIN.

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war.
Heute weiß ich, das nennt man REIFE.

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben, und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen. Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude macht, was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt, auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.
Heute weiß ich, das nennt man EHRLICHKEIT.

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war, von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst. Anfangs nannte ich das „Gesunden Egoismus“,
aber heute weiß ich, das ist SELBSTLIEBE.

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen, so habe ich mich weniger geirrt. Heute habe ich erkannt:
Das nennt man DEMUT.

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben und mich um meine Zukunft zu sorgen. Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet, so lebe ich heute jeden Tag und
nenne es BEWUSSTHEIT.

Als ich mich zu lieben begann, da erkannte ich, dass mich mein Denken armselig und krank machen kann. Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte, bekam der Verstand einen wichtigen Partner.
Diese Verbindung nenne ich heute HERZENSWEISHEIT.

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen, Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten, denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander und es entstehen neue Welten. Heute weiß ich:
DAS IST DAS LEBEN!

In diesem Sinne: Bleib authentisch!

Möchtest du auch lernen, authentisch zu handeln und zu dir und deinen eigenen Bedürfnissen zu stehen? Wie du das schaffen kannst erkläre ich dir in meinem Buch und in meinem Webinar „Sei du selbst! Sensibel-stark leben“.

Christopher Hensellek, www.hypersensibel.com

Autor von „Metamorphose – Hochsensibel gesund leben“

Ein Kommentar

  1. Schöne und wahre Worte über Authentizität-nicht nur in Partnerschaften sondern generell.
    Ich habe gelernt, dass je freier ich mich bewege und agiere und je mehr es mir quasi gleich ist, was Andere über mich denken (natürlich ohne sie dabei zu nerven und auch ihre Grenzen zu wahren), desto mehr Zuspruch und Respekt erfahre ich.
    Als eher seltene extrovertierte HSP werde ich immer eher mit typischen Extros verglichen, welche sich eher mit Menschen wohlfühlen.
    Ich mag Tanzen, Konzerte, etc.-danach aber bitte wieder (und das am liebsten) „Alleine-Zeit.
    Sorry, wurde lang, ich bin abgeschweift.:-)
    Zurück zum Eigentlichen: wer “ er Selbst“ ist mit all seinen auch manchmal unbequemen Seiten und diese annimmt, der wird vom Umfeld geschätzt als Persönlichkeit.
    Denkt dran: jeden von uns gibt es nur EIN Mal auf der Welt-das macht uns unendlich kostbar

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