4 Tipps für innere Ruhe

(Von Nicole Lindner)

Manche Menschen sind sehr empfindsam und kämpfen derzeit verstärkt darum, innere Ruhe zu bewahren. Dies liegt daran, dass sich viele vom negativen Geist dieser Zeit überwältigt fühlen, und die Geschehnisse nicht in angemessener Weise von sich fernhalten können. Gefährliche Sache, denn noch mehr als andere laufen sensible Menschen Gefahr, sich in Ängsten und negativen Gefühlen zu verlieren. Das aber muss nicht sein – mit diesen 4 Tipps kommst du unbeschadet durch schwierige Zeiten:

 

Tipp 1: Konsumiere Nachrichten nur in Minidosen

Du musst (gerade in Krisensituationen!) gut für dich sorgen – das ist Fakt. Denn Du bist in Gefahr, Leid noch intensiver wahrzunehmen und das Schlimme dieser Welt wie ein Schwamm in dich aufzusaugen.

Mein Rat: Vermeide es deshalb tunlichst, dich mit negativen Nachrichten zuzuschütten und nimm diese – wenn überhaupt – lediglich in dosierter Form zu dir. Das schaffst du, indem du z.B. nur einmal am Tag die Nachrichten konsumierst.

 

Tipp 2: Beschäftige dich mit positiven Dingen

Neben den vielen negativen Dingen auf dieser Welt gibt es auch ganz viele Positive – viele davon hast du selbst in der Hand. So kannst du dir z.B. wohltuende Freiräume erschaffen, in denen du aktiv das tust, was dir ein gutes Gefühl vermittelt.

Das kann sein z.B. der Austausch mit einem geliebten Menschen, das Streicheln deines Tieres, der Spaziergang in der Natur, die körperliche Aktivität, das kreative Gestalten von etwas Schönem, das Aufschreiben positiver Gedanken usw. Führe dir diese wertvollen Schätze vor Augen – sie existieren, ebenso wie die nicht so schönen Dinge auf dieser Welt.

Darüber hinaus kannst du dich z.B. in sozialen Netzwerken mit anderen verbinden – so bekommst du ein Gefühl von Gemeinschaft und kannst dich mit den anderen austauschen. Trotzdem ist es auch hier sinnvoll, sich in gesundem Maße von belastenden Dingen zu distanzieren. Das bedeutet jedoch nicht, die eigenen Einflussmöglichkeiten komplett aus den Augen zu verlieren.

 

Tipp Nr. 3: Erkenne deine Handlungsmöglichkeiten

Leider bist du nicht Gott und kannst die Welt mit einem Fingerzeig von all dem Bösen, das auf ihr geschieht, befreien. Sicherlich wirst du mir zustimmen, dass schlimme Dinge immer passieren werden. Trotzdem bedeutet das keinesfalls, dass du als Einzelperson machtlos bist und dich deswegen ab sofort frustriert zurücklehnen und völlig verzweifeln solltest. Merke dir: in deinem begrenzten persönlichen Rahmen hast du sehr wohl Einfluss auf die Geschehnisse unserer Welt.

Eine Möglichkeit für dich besteht z.B. darin, Vorbild zu sein und dich für etwas, was dir am Herzen liegt, zu engagieren. Dabei wird es andere geben, die sehen, wie du agierst und es dir gleichtun wollen – das wiederum führt, im Laufe der Zeit,  zu einem großen besseren Ganzen. Gerade im Hinblick auf Umweltkatastrophen, Flüchtlingsdramen oder der Corona-Krise solltest du immer unterscheiden zwischen dem, was du akzeptieren musst und dem, was du – trotz gesunder Akzeptanz – tun kannst.

Mit dieser Unterscheidung schaffst du es, negative Geschehnisse besser anzunehmen und wirst vom Strudel der Emotionen nicht so mitgerissen. Ein paar hilfreiche Fragen zur Reflexion:

  • Was ist eine unbestrittene Tatsache?
  • Was muss ich akzeptieren?
  • Was nicht?
  • An welcher Stelle kann ich etwas verändern?
  • Was kann ich tun, damit ich mich in dieser Situation besser fühle?

 

Tipp Nr. 4: Vertraue auf eine höhere Macht

Wir alle sind schon seit Anbeginn der Zeit natürlichen Schwankungen ausgesetzt – dies wird immer so sein. Dabei ist es so, dass oftmals erst aus tiefstem Leid eine ungeahnte Kraft erwächst und etwas Neues entsteht.

Wenn du in deine eigene Vergangenheit schaust, wirst du sicherlich erkennen, dass du schon viele Krisen überstanden hast und als neuer Mensch daraus hervorgegangen bist. D.h. Krisen formen dich, machen dich stärker und lassen dich widerstandsfähiger werden, selbst wenn es schwer ist.

Bewahre dir bitte in diesen schwierigen Zeiten stets deinen Glauben an eine höhere Macht. Leider gibt es keine absolute Sicherheit in diesem Leben, so sehr wir uns das auch wünschen mögen. Sehr deutlich wurde mir das wieder einmal vor kurzem, als ich im Fernsehen einer Naturdoku folgte. Dort kämpften zwei Hirschkäfermännchen auf einem Baum erbittert um ein Weibchen. Der Schwächere konnte den Hieben des Gegners nicht standhalten, rutschte ab und blieb getötet durch den Aufprall am Waldboden liegen. Doch nicht lange, denn nur einen Tag später geschah etwas Erstaunliches: Ameisen bauten sich in den körperlichen Überresten eine kuschelige Höhle und setzten das Leben fort.

In diesem Sinne wünsche ich dir Kraft, dich in unruhigen Zeiten auf dich selbst zu besinnen und dich in angemessener Weise von Negativnachrichten zu distanzieren. Denke bitte immer dran:

Du solltest es dir wert sein!


Nicole Lindner, www.meinweg-deinweg.dewww.facebook.com/meinwegdeinweg/
Autorin von „Feinfühligkeit trifft auf Berufsleben“

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