Aufbruch in den Raunächten

(Von Katrin Bliedtner-Sisman)

Was sind die Raunächte und was ist an diesen Tagen im Vergleich zu den anderen Tagen des Jahres besonders?

Zwischen Weihnachten und dem Tag der Heiligen Drei Könige haben wir 12 ganz besonders magische Tage. In dieser Zeit ist der Schleier zur anderen Seiten, dem Jenseits viel dünner, so dass uns liebevolle, helfende und heilende Kräfte zur Verfügung stehen. Dabei werden wir unterstützt, größeren Zugang zu uns selbst zu erhalten und uns besser zu verstehen. Unser Verstand kann sich mit noch mehr Leichtigkeit mit dem Herzen verbinden, so dass wir kraftvolle Botschaften für das kommende Jahr erhalten. Diese Botschaften, welche sich in Form von Bildern, Wörtern, Sätzen oder Gefühlen zeigen können, umfassen Impulse, bei denen es, um die eigene Entwicklung zum Höchsten Wohl im ganz konkreten Bezug zu den irdischen Dingen unseres Lebens geht.

Was haben die Raunächte mit Aufbruch zu tun?

Bevor der eigentliche Aufbruch sich entfalten kann, gilt es zur Ruhe zu kommen. In den letzten Tagen des Jahres sollten wir die Arbeit ruhen lassen und einfach mal nichts tun. Dazu kann man sich vermehrt Ruhe-Inseln schaffen, in denen man seinen ganz eigenen Gedanken, Gefühlen und inneren Bilder während der Einkehr folgt. Lassen Sie sich bewusst Zeit zum Träumen, Genießen und geben Sie sich Raum, um das Jahr Revue passieren zu lassen. Dabei verbinden Sie sich ganz automatisch mit sich selbst und spüren die eigenen Impulse wieder deutlicher.

In unserer eigenen Stille können vermehrt verdrängte Emotionen, die wir nicht fühlen wollten an die Oberfläche gespült werden. An diese sind verschollene Bedürfnisse, Ängste, Träume sowie Sehnsüchte gekoppelt. Geben Sie diesenund der leichten, inneren Aufruhr einfach Raum, indem Sie sich die Hand aufs Herz legen und nur beobachten. Dabei wird ihr Verstand liebevoll mitgenommen, denn es findet ein ganz natürlicher Bewusstseinsprozess statt. In dieser Selbstreflektion richten sich ihre Gedanken und Sichtweisen neu aus, so dass Sie künftig anders handeln können. All das ist bereits schon der Anfang vom Aufbruch, denn es bedeutet in die Bewegung zu kommen. Das innere Festhalten wird aufgedeckt und wieder ins Fließen gebracht, damit das Leben nun auf eine ganz neuartige, wohlwollende Weise mit Ihnen interagieren kann.

Was haben die Raunächte mit Selbstliebe zu tun?

Wir dürfen einmal unseren Fokus von der Außenwelt und den Bedürfnissen der anderen lösen. Selbstliebe fängt bereits damit an, dass wir uns wieder die Zeit nehmen, uns zu spüren und fähig sind unserer eigenen Stimme zu lauschen.

In meiner täglichen Praxisarbeit begegnen mir immer wieder Menschen, die sich selbst gar nicht mehr wahrnehmen können. Ganz egal, ob es um die eigene Körperhaltung oder Verspannungen geht, aber auch Emotionen und Gedankenformen werden nur unbewusst registriert und somit verdrängt, um sich dann in Form von Krankheiten Gehör zu verschaffen. Doch soweit muss es ja nicht kommen, oder?

Die gesamte Palette unserer Sinne steht uns zur Verfügung, um uns und unsere Bedürfnisse wahrzunehmen und die Außenwelt für uns greifbar zu machen und mit ihr auf vielfältige Art und Weise zu interagieren.


Katrin Bliedtner-Sisman & Susanne Gärtner
AUFBRUCH IN DEN RAUNÄCHTEN
Meditationen, Rituale und praktische Übungen für die heiligen Tage und ein anderes Jahr danach
ISBN 978-3-9820125-0-6


Mit meinen Patienten beginne ich in ganz kleinen Schritten und je nach Vorlieben wieder all diese Sinne bewusst zu nutzen und dadurch den Zugang zu Ihrem Körper, ihren Wünschen, Träumen und Sehnsüchten zu öffnen und zu vertiefen. Erst dadurch können die inneren Lösungen, die von jedem einzelnen selbst kommen, bewusst auftauchen. Dabei spielt unsere Herzstimme eine ganz entscheidende Rolle, denn sie weißt uns den Weg, in dem wir spüren und wissen, dass wir dem Weg der Freude folgen und nicht der Aufopferung.

Hast Du einen konkreten Tipp, wie wir den Zugang zu unserem Herzen wieder herstellen können?

In unserem Buch beschreiben wir zum Beispiel eine Übung, um sich mit dem Herzen zu verbinden, der eigenen Herzensweisheit zu lauschen und ihr im Anschluss zu folgen.

„Setze oder lege Dich einen Moment bequem hin. Lege eine Hand auf Dein Herz und nimm Kontakt mit dem Zentrum Deines Herzens auf. Frage Dein Herz, welche Botschaft es heute für Dich hat. Frage es, welchen nächsten Schritt Du tun darfst, um Deinen Herzenswünschen näher zu kommen. Vertraue auf die Antworten, die Dich zu mehr Lebensfreude und dem freudigen Herzen führen werden. Lausche Deiner Herzensstimme noch ein wenig und lass Dich von ihr inspirieren.“ (3. Tagesübung für die zwölfte Raunacht)

Im Anschluss daran empfehle ich, dass du dir die Botschaften, Bilder oder Gedanken, die du während der Übung hattest, in deinem Raunachttagebuch festhältst. Wiederhole die Übung ruhig an mehreren Tagen hintereinander und vertraue auf die Impulse. Setzediese Schritte mutig im neuen Jahr um.Wenn du das nicht allein schaffst, dann suche dir Hilfe bei einem Coach, der dichliebevoll begleitet. So kann sich dein persönlicher Aufbruchganz selbstverständlich voller Kraft und Intensität im neuen Jahr entfalten.

Katrin Bliedtner-Sisman, Heilpraktikerin, www.naturheilpraxis-für-mehr-lebensfreude.de
Autorin von „Aufbruch in den Raunächten“

Leseprobe oder bei Thalia ansehen

4 Kommentare

  1. Ja, Ursula, ganz richtig.
    In manchen Zyklen beginnen die Rauhnächte mit der Wintersonnenwende.
    Das ist der natürliche Zyklus, der kraftvoll mit der Wiederkehr der Sonne beginnt und nicht von den christlichen Feiertagen abhängt. Dieser Zyklus bedient sich der Natur-Kräfte und hat die christlichen hl. Feste unterstützend zur Seite 🙂

    1. Das glaube ich auch.Ich stelle fest,das es für mich sehr anstrengende Tage sind,weil ich jede Nacht intensivst träume.Morgens bin ich energielos,das macht mich fertig-12 Nächte lang.Ausserdem bin ich sehr melancholisch und mah am Wasser gebaut.Früher war das nicht so.Ich liebe Raunächte(mystisch)aber sie machen mich fertig.

  2. Ja die rauhnaechte sind sehr wichtig man darf aber nicht die Winter Sonnwendfeier vergessen, den schon zu diesem Zeitpunkt beginnt sich vieles zu erneuern und zu bereinigen, ist noch vor dem 24 Dezember ganz liebe Grüße Uschi

    1. Richtig. Auch über diese Zyklen gibt es Literatur – Rauhnächte u. Rituale mit Einbindung der Wintersonnenwende, Wiederkehr des Lichts 🙂

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