Tagebuch: Empathin trennt sich von Narzissten

Wie eine wahre Märchenliebe entsteht, wenn die Schlechten ins Kröpfchen und die Guten ins Töpfchen kommen
ISBN 978-3-9819383-6-4

INTERVIEW MIT DER BUCHAUTORIN DR. DIANA KOLB

Luca: Liebe Diana, Du hast Dein Tagebuch „Empathin trennt sich von Narzissten“ veröffentlicht. Warum?

Diana: Dieses Tagebuch ist eigentlich ein verkleidetes Märchenbuch. Denn das ist mein Leben: ein Märchen. Ich habe lange Zeit geschlafen und einem Narzissten die Führung meines eigenen Lebens gegeben. Meine gefühlten 28 Jahre plus die 100 Jahre Dornröschenschlaf sagen mir jetzt, dass ich gegen Trolle, Monster, Hexen und Drachen auch alleine kämpfen kann und Superpowerkräfte habe: nämlich meine Liebe. Was ich aber kurz nach der Trennung von einem narzisstischen Ehemann erleben durfte, musste, sollte, konnte, habe ich in diesem Buch in Tagebuchform niedergeschrieben. Hoffentlich gibt es dem ein oder anderen Mut. Jeder der mag, darf jetzt in meinen Gedanken und märchenhaften Aufzeichnungen nachlesen und sich von meinem emotionalen Leben mitreißen lassen. Es sind all meine ehrlichen Gedanken und Gefühle, die ich durch das Schreiben und Malen rauslassen konnte, so dass ich in diesen schweren Zeiten zum Glück nicht geplatzt bin.

Es beschreibt die Achterbahn meines Lebens. Dazu kommt, dass ich kein Fan von Karussells und Achterbahnen jeglicher Art bin. Ich gehe auf der Kirmes lieber Süßkartoffelpommes essen, auch wenn die so teuer sind und viele Kalorien haben, die nachts an meinen Kleidern nähen. Es sind die täglichen Gedanken einer Hochsensiblen. Es geht um Angst und Sorgen, um Panikattacken, aber auch um Freiheitsgefühle und Hoffnung. Und ganz, ganz besonders geht es um die Liebe. Die Liebe, die in mir steckt und um die Liebe der anderen Menschen, die mich in meinen dunkelsten Stunden getröstet und gehalten hat und mich hat nie aufgeben lassen.

Luca: Wie können Empathen erkennen, dass sie an einen Narzissten geraten sind?

Diana: Man kann es am ständigen sich selbst in Frage stellen erkennen. Oder auch an den schlimmen Gefühlen, die man denkt alle selbst verschuldet zu haben. Da sind Wunden, die nicht zu zuwachsen scheinen. Vor allem kann man aber erst zur Erkenntnis gelangen, dass man an einen Narzissten geraten ist, wenn man begreift, dass man selbst wundervoll und schön und interessant und intelligent ist. Erst wenn man sich selbst beginnt zu lieben, dann kann man einen Narzissten erkennen. Man sollte ganz tief in sich hineinhören. Dann erkennt man ganz einfach, ob der Mensch neben einem wirklich gut tut. Sich von seinen Vorstellungen von Liebe und dieser Person dann zu lösen steht auf einem anderen Blatt.

Luca: Welche Optionen haben Empathen in dieser Situation?

Diana: Rettung besteht nur, indem man sich Laufschuhe und einen Emotionspanzer besorgt und dann so schnell wie nur irgend möglich davon läuft. Nein, Quatsch mit Soße! Dann würde man nur vor den Problemen wegrennen und irgendwann holen sie einen dennoch wieder ein. Man sollte sich stark machen. Sich treu bleiben, jeden Tag an sich arbeiten, nicht und niemals aufgeben und akzeptieren lernen, dass nicht jeden Tag die Sonne scheint. Auch bei Regenwetter kann man Gummistiefel anziehen und in Pfützen springen oder Regenbögen finden. Man sollte sich selbst annehmen können, wie man ist. Ich habe einen dicken Bauch…Na gut, okay… Dafür ist er ein super gemütlicher Kuschelplatz für die Köpfe meiner geliebten Kinder. Jeder Mensch ist perfekt so wie er ist, mit all seinen Talenten und Dingen, die vielleicht nicht ins Raster passen. So wie mein Bauch eben. Wir Hochsensiblen haben so viel Liebe in uns zu verschenken. Wir sollten bei uns selbst anfangen und dann diese Liebe in die Welt lassen und sie anderen Menschen schenken. Der Empath sollte nicht seine Zeit damit verschenken sich selbst für jemand anderen zu verbiegen und versuchen jemand anderem zu gefallen. Der Narzisst wird es dem Empathen eh nie danken.

Der Empath wird kein schlechter Mensch, wenn er auch mal an sich selbst denkt.

HDL: Warum vermischen sich Märchengeschichten mit der Realität?

Diana: Ich habe im letzten Jahr erst herausgefunden, dass es Narzissten gibt und dass der Mann an meiner Seite auch zu ihnen zählt. Und obwohl ich Pädagogik studiert habe und mich in psychologischen Fachkreisen bewege, hatte ich noch nie zuvor davon gehört. Es wurde mein innerer Kampf, mit der Trennung von einem Narzissten klarzukommen. Dabei begriff ich schnell, dass es sich bei dieser Trennung nicht um einen Kampf zwischen mir und einem Narzissten handelt, sondern dass es ganz allein um mich geht. Als ich mich noch mit Narzissmus beschäftigte und meine Wunden verarztete schnappte ich plötzlich die Begriffe Hochsensibilität und Empath auf und erkannte, dass ich eine bin. Ich lernte mehr und mehr über mich kennen und probierte alles aus. Zudem kommt, dass ich Künstlerin bin und Kunst in jeglicher Form liebe. Was mich in meiner Kampfzeit hat aufrechterhalten, waren neben den wunderbaren Menschen, die ich in meinem Leben kennenlernen durfte, das Schreiben, das Malen und das Verschenken meiner Bilder an Menschen, die mich durch ihre Liebe und Einzigartigkeit berührt haben.

Das Leben ist ein Märchen dessen Stift du selbst hälst.

Schreib dein eigenes Happy End. Denn wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch glücklich heute und am Ende wird alles wieder gut. Wenn es nicht gut ist, dann ist es auch nicht das Ende.

Luca: Welche 3 wichtigen Tipps hast Du für Empathen, um sich aus der Opferrolle zu lösen?

  1. Akzeptiere dich mit deinen Stärken und Schwächen und geh wohin dein Herz dich trägt.
  2. Du kannst andere nicht ändern. Du kannst nur dich selbst und deine eigene Sichtweise zu etwas ändern.
  3. Versuche von Zeit zu Zeit Abstand zu den Dingen zu gewinnen, indem du sie mit Humor siehst und komm zum Lachen mal aus dem Keller. Tu dir was Gutes. Das Leben ist schön.

Luca: Schöne Schlussworte, vielen Dank für das Interview


Dr. Diana Kolb, Theaterpädagogin, Sport- und Clowntherapeutin
www.drdianakolb.de
Autorin von „Tagebuch: Empathin trennt sich von Narzissten“

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