Warum Empathen in der Liebe oft die Falschen kennenlernen

(Von Luca Rohleder)

Das Hauptwesensmerkmal von empathischen Menschen ist das stark ausgeprägte Einfühlungsvermögen. Empathen sind permanent auf Empfang geschaltet. So spüren sie auch Subtiles aus Umwelt und Umfeld. Auf der einen Seite bringt dies natürlich einige Vorteile, auf der anderen kann ein hohes Einfühlungsvermögen auch belastend sein. So mancher Mitmensch trägt schließlich nicht nur positive Aspekte in sich, und dies spüren empathisch veranlagte Menschen natürlich sehr deutlich. Sie beschließen deshalb, meist schon ab ihrer Kindheit, vor Fremden auf der Hut zu sein und eine gewisse Habachtstellung einzunehmen. Dass dies später auch bei der Partnerwahl dramatische Auswirkungen hat, liegt auf der Hand:

Viele empathische Menschen entwickeln bezüglich potenzieller Liebeskandidaten eine hohe emotionale Schutzmauer.

Deshalb muss das Objekt der Begierde erst einmal einseitig einige emotionale Hürden bei Empathen überwinden. Solange im Vorfeld keine seriösen und vertrauensvollen Absichten zu beobachten sind, bleiben Empathen in der Liebe verschlossen wie eine Auster.  Zu hoch wäre das Risiko, verletzt zu werden. Sie überlassen daher besonders in jungen Jahren alle ersten Schritte der Anbahnung von Liebesbeziehungen dem anderen. Das Gegenüber ist es, das erste Schritte zu wagen und erste eindeutige Signale zu senden hat. Das heißt, der andere muss zunächst den Mut aufbringen, das emotionale Risiko der Ablehnung auf sich zu nehmen, bevor empathische Menschen bereit sind, sich etwas zu öffnen.

Empathen tun sich in der Regel schwer, selbst aktiv eine neue Liebesbeziehung anzubahnen.


Luca Rohleder
DIE LIEBE EMPATHISCHER MENSCHEN
Die Gratwanderung zwischen wahrer Liebe und seelischen Verletzungen
ISBN 978-3-9817975-8-9
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Leseprobe
Thalia


Was jedoch viele dabei nicht berücksichtigen, sind grundsätzliche Prinzipien des Gelingens von Liebesbeziehungen. Jeder Paartherapeut weiß: Je mehr charakterliche Übereinstimmungen zwei Personen aufweisen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, ein glückliches und vor allem langes Liebesglück zu realisieren. Das bedeutet für unseren Fall, dass passende Liebeskandidaten idealerweise ebenso empathische Fähigkeiten mitbringen sollten. Der Widerspruch wird jetzt sicher schnell offensichtlich, denn die passende Zielgruppe für Empathen trägt natürlich die gleichen bereits beschriebenen Sicherheitsansprüche in sich, wenn es um die Liebe geht.

Treffen Empathen bei der Partnersuche das erste Mal auf Menschen, die ebenso empathisch veranlagt sind, passiert in der Regel nichts.

Manchmal warten sie sogar bis zum Nimmerleinstag. Obwohl beide Parteien sich vielleicht vom jeweils anderen angezogen fühlen oder sich auf sonstige Weise insgeheim als passend einstufen, erwartet jeder etwas vom Gegenüber, was er selbst nicht wagt zu tun. Beide Seiten haben hohe emotionale Sicherheitsbarrieren und Schutzmauern aufgebaut und möchten erst einmal für sich selbst beobachten, ob emotionale Gefahren künftig drohen könnten. Beide verlassen infolgedessen ihre emotionale Deckung nur selten.  Keiner von beiden ist wahrscheinlich bereit, als erstes die emotionalen Hosen runterzulassen.

Empathische Menschen vergessen leicht, dass die für sie passenden Kandidaten und Kandidatinnen die gleiche Erwartungshaltung in Sachen Liebesengagement haben wie sie selbst.

Dies kann soweit führen, dass sich zwei empathische Menschen zwar gegenseitig eindeutig entdecken, wahrnehmen, zufällig sehen oder auf sonstige Weise aufeinandertreffen, und beide sogar deutlich interessiert sind, es aber noch nicht einmal zu einer simplen Kontaktaufnahme kommt. Dann standen vielleicht zwei Menschen gegenüber, auf die eine große Liebesbeziehung bereitgestanden hätte, aber keiner der beiden war bereit, die Gelegenheit beim Schopfe zu packen.

Empathische Menschen spüren zwar sehr wohl, wenn ihnen das Schicksal gerade die Hand reichen möchte. Sie können sich aber oft nicht überwinden, mutig zuzugreifen.

So ist es tatsächlich möglich, dass einige empathische Menschen in der Liebe auf glückliche Zufälle hoffen, aber gleichzeitig nicht bemerken, dass diese bereits längst geschehen sind.

Und dennoch gehen nahezu alle Empathen irgendwann einmal eine Partnerschaft ein. Stellt sich demnach die Frage, wie das wohl im Vorfeld mit der Anbahnung geklappt hat. Welcher Persönlichkeitstyp war es denn, der in der Kennenlernphase das Heft in die Hand genommen hat? Welcher Typus Frau oder welcher Typus Mann hat damals wohl die Initiative ergriffen und das Risiko der emotionalen Enttäuschung einseitig in Kauf genommen? Die Antwort ist recht einfach:

Nur Menschen mit geringer empathischer Veranlagung werden in der Anbahnung von Liebesbeziehungen eher eine Herausforderung sehen als ein emotionales Risiko.

Besonders Nichtempathen sind emotional bzw. psychisch nicht sonderlich fragile Wesen. Damit tragen sie auch kein Risiko in sich, sonderlich verletzt zu werden. Manche können sogar fröhlich eine emotionale Ablehnung nach der anderen einfangen, ohne Gefahr zu laufen, ihre innere Stabilität zu verlieren. Ausschließlich Nicht- oder Wenigempathen haben nahezu keine Angst, sich einen Korb abzuholen. Sie sind sogar imstande, eine lange Zeit vermeintliche emotionale Widerstände zu ertragen, ohne ihre Motivation zu verlieren, jemanden trotzdem erobern zu können.

Die passendere, empathisch verlangte Zielgruppe würde diese Verhaltensweisen niemals an den Tag legen.

Damit bleiben nur Nichtempathen übrig – solche Personen, die problemlos aus sich herausgehen können, weil ihnen die hohe innere Verletzbarkeit völlig fremd ist. Besonders in der ersten Lebenshälfte fühlen sich Empathen natürlich von dieser vermeintlichen nichtempathischen Risikobereitschaft angezogen. Diese anfängliche Einseitigkeit nehmen Empathen natürlich gerne in Anspruch, schließlich löst das alle ihre Probleme. Sie können emotional in Deckung bleiben, bis sie sich sicher sind, dass keine Gefahr mehr droht und sie sich unbesorgt öffnen können. Nur vergessen sie dabei oft, mit welchem Menschenschlag sie es dabei gerade zu tun haben.

Erst in der Rückschau wird empathischen Menschen klar, dass sie sich in jungen Jahren manchmal an Menschen gebunden haben, die zu wenig Einfühlungsvermögen und Tiefgang hatten.

Die Betonung liegt auf „jungen Jahren“, denn im Laufe des weiteren Lebens ändert sich bei Empathen oft alles in der Liebe. Je erfahrener sie werden, desto eher sind sie in der Lage, ihre emotionale Schutzmauer einzureißen. Dadurch beginnen sie nach und nach, selbst Initiative und Verantwortung zu übernehmen. Sie selbst sind es nun, die bereit sind, zu tun, was sie in jungen Jahren ausschließlich vom Gegenüber erwartet haben. Wenn die Resilienz aufgrund der fortgeschrittenen Lebenserfahrung größer und größer geworden ist, können sie tatsächlich ihre wahre Zielgruppe entdecken. Sie können Initiative zeigen und das Liebesglück selbst beim Schopfe packen. Sie sind nicht mehr auf das einseitige Vorgehen von Nichtempathen angewiesen.

Trifft dann ein Empath in der Liebe auf einen anderen empathischen Menschen, kann er ihm sogar behilflich sein, eigene Liebeshürden einzureißen. Manche Empathen gehen sogar konsequent dazu über, die Kontaktaufnahme selbst zu initiieren. Dann sind alle Voraussetzungen erfüllt, damit einfühlsame, tiefgründige Menschen zueinanderfinden können. Jetzt ist der Weg frei für eine völlig andere Qualität der Liebe.

Trifft Einfühlungsvermögen auf Einfühlungsvermögen und Tiefgang auf Tiefgang, dann ist ein Liebeslevel möglich, das für Trophäensammler und Trophäensammlerinnen immer unerreichbar bleiben wird.

Luca Rohleder, Buchautor und Gründer des Netzwerks „Liebe“


Luca Rohleder
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32 Kommentare

  1. Und mein Freund hilft nur diejenigen die er für.richtig hält. Da gibt es zwischen uns Spannungen . Aber er liebt mich sehr und wenn er mich verletzte bereut er es sogleich und weint. Und bittet um Verzeihung so wie ich!!!!

  2. Ich möchte dazu folgendes sagen. Ich bin auch empathisch. Und ich habe meist das Gegenteil angezogen. Nun aber hab ich ein ebenso empathischen menschen als Partner. Trotzdem unterscheide wir uns wesentlich. Ich helfe jeden der mich fragt aber bin oft ausgebrannt weil ich kein nein sagen kann. Also das is schwierig.

  3. Seitdem ich weiß, dass ich hochsensibel bin, kann ich mir vieles erklären und dennoch hat das für mich eher alles schwieriger gemacht. Jetzt weiß ich WARUM ich anders bin, kann es aber nicht ändern. Und je älter ich werde, desto extremer wird es. Ich bin hin und hergerissen zwischen alleine sein wollen und für andere da sein zu wollen. Mit letzterem überfordere ich mich regelmäßig und weiß gar nicht mehr, was meine eigenen Bedürfnisse sind.

    Dementsprechend sind auch meine Beziehungen (gewesen). Alles Langzeitbeziehungen in denen ich eher weniger als mehr glücklich war. Ich habe immer sehr (!) lange gebraucht, um mich daraus zu lösen. In meiner aktuellen Beziehung bin ich mit einem völligen Anti-Empathen zusammen. Er versteht mich nicht (er versucht es aber) und ich ihn nicht (versuche es auch). Meine Beziehungen haben mich nicht nur unglaublich Kraft gekostet sondern auch sehr viel Geld.

  4. …ich bin ein sehr emphatischer Mensch,bei mir ist dies jedoch mit Urvertrauen und Liebe zu mir selbst,verbunden.So gelingt es mir immer wieder Partner zu finden ohne sie zu suchen.
    Ich erlebe Allerdings in der Verbindung mit meinem Gegenüber,das meine Empathie, mein Verständniss und mein entspannter Umgang damit,mein gegenüber häufig überfordert.

  5. Ich erlebe das gerade, so eine wunderbare, einzigartige, außergewöhnliche Liebe mit soviel Tiefe und das mit 65 und er ist 46 und spricht eine andere Sprache. Wir hatten auch schon Missverständnisse aber bekommen alles in kurzer Zeit mit sprechen und miteinander wollen schnell wieder hin. Nach 7 Wochen wollte er mein Ehemann werden, mal sehen wann wir heiraten, ich freue mich und bin dankbar und achtsam mit diesem grossen Geschenk meines Lebens. Das erleben zu dürfen ist phantastisch und fast unbeschreiblich!!!!!!

    1. Ich bin seit 3 Jahren mit jemand zusammen und das auch mit jetzt 63 Jahren er ist gerade 50 geworden .Es passt alles so wie jetzt habe ich das Leben noch nicht erlebt .nächstes Jahr ist Anfang des Jahres Hochzeit

  6. Mir geht’s genauso wie im Buch beschrieben. Mich ziehen vor allem bestimmte Frauen an die eine gewisse Gesichtsform haben. Kann dann nicht wegschauen und bei der Durchsicht von alten Dias war ich völlig erschrocken, weil meine Mutter ähnliche Gesichtszüge in dem Alter hatte. Vor Jahren hatte ich mal eine kurzweilige Liebelei mit einer die genau dem Gesicht entsprach, die auch der aktivere Part in der Beziehung spielte und meine tiefsten Wünsche erfüllt waren. Nur leider tendenziell in Richtung Borderline tendierte. Es ist schon sehr lange her, aber ich denk auch heute noch dran.

  7. Ich finde diesen Artikel zwar wirklich sehr aufschlussreich und auch nachvollziehbar aber ich finde es zu stark verallgemeinernd. Die bloße Eigenschaft der ausgeprägten Empathiefähigkeit ist ja kein Garant dafür, dass man in sich gekehrt ist. Ich bin ein gutes Beispiel dafür- ich bin ausgesprochen empathisch und hochsensibel UND sehr extrovertiert und bin immer offen, manchmal auch zu offen auf Beziehungen und Menschen zugegangen. Ich habe niemals in meinem Leben Angst vor dem Ansprechen gehabt, niemals Angst vor dem Schmerz des zurückgewiesen-werdens. Ich kann wirklich nicht sagen, woran das liegt. Deswegen finde ich die allgemeine Behauptung deines Artikels etwas problematisch auch wenn es einen wertvollen Einblick in die Psyche eines Menschen mit ausgeprägter Empathie und ausgeprägter introvertiertheit bietet. Ich würde aber nicht zustimmen, dass die ausgeprägte Empathie die introvertiertheit perse und ausschließlich verursacht.

    1. Ich bin auch sehr einfühlsam und extrovertiert gleichermaßen. Deshalb kann ich die Argumentation über weite Strecken nicht nachvollziehen. Es gibt auch bei Empathen unterschiedlichste Persönlichkeitsmerkmale.

    2. Ja, danke für diese Gedanken. Auch ich kenne Hochsensiblität samt Extrovertiertheit und großer Empathie gut. Doch im älter geworden sein bin ich zugleich auch auf gewisse Weise scheuer und in Manchem ähnlicher dem geworden, was Luca Rohleder im Artikel beschreibt.

      Mit diesem „manchmal auch zu offen“ z.B. habe ich mich selbst oft wie überholt…

      Aber ich finde es – bei allen Hinweisen, die einem die Information über die eigene Hochsensiblität geben kann – vor allem sehr wichtig, mit Schubladisierungen achtsam zu sein …

  8. Danne für diesen tollen Artikel. Er fasst gut zusammen, wie ich gerade fühle. Ich ziehe auch meist Menschen an, die wenig bis kein Einfühlungsvermögen haben. Jetzt habe ich einen Mann kennengelernt, der sehr gut einfühlsam ist. Und ich blicke. Traue mich nicht, meine Emotionen zuzulassen. Dank dem Artikel kann ich das viel besser zuordnen, warum das so ist. Vielen Dank!

  9. Habe das Buch schon vor längerer Zeit gekauft und war begeistert. Dachte dass da über mich geschrieben wird. So treffend war das. Habe das Buch gleich noch meiner Tochter geschenkt (auch Hochsensibel). Auch sie war begeistert und ihr Lebensgefährte hat dieses auch gleich gelesen (als Fortbildungsmaßnahme). Ich selbst habe mir meine Hochsensibilität erst spät eingestanden. Meine Tochter hat dies vor mir bemerkt Bin um das Wissen froh und kann nun vieles begreifen und besser damit leben.

  10. Hallo! Ich habe das Buch vor ca 2 Jahren zum ersten mal gelesen. Seitdem macht es im Freundeskreis die Runde und wird immer wieder gerne verschenkt. Die Reaktion ist erstmal immer die selbe. ‚Was ist das denn für ein esoterischer Quatsch?‘ Mit Nachdruck wird es dann doch gelesen und fast alle waren begeistert. Deswegen meine Frage, wird das Layout vielleicht mal überarbeitet? Es scheint für viele eine große Barriere zu sein. Liebe Grüße

  11. Ich finde mich als Empath wieder und ziehe immer narzisstische( männliche) Personen an. Langsam finde ich eine Erklärung dafür, da ich mich in letzter Zeit mit mir und dem Gegenüber auseinander gesetzt habe.

  12. Vielen Dank für diesen Bericht… ich habe jetzt endlich kapiert, dass es wohl wirklich so sein muss….als Empath habe ich in meinen Partnerschaften immer genau die Menschen angezogen, die absolut keine Empathie für irgendjemanden empfinden. Oft habe ich mich sehr geärgert, es gab viele Vorfälle, die mich wütend werden liessen. Trotzdem leide ich jetzt gerade erneut am Beziehungsende – obwohl ich weiß, dass es für mich besser ist, so eine Partnerschaft nicht aufrecht zu erhalten. Fast 10 Jahre (schöne Zeiten, nicht so schöne Zeiten) sind vorbei.
    Ich wünsche mir, dass ich bald „über meinen Schatten“ springe und sicher und entspannt auf einen empathischen Menschen treffe. Obwohl ich Schütze bin (freiheitsliebend, Gerechtigkeitsfanatiker) empfinde ich ein Zusammenleben als sehr LEBENSWERT 🙂
    Herzliche Grüße
    Chris

    1. Witzig!
      ALLES was du als deine Situation beschreibst, trifft gerade genauso auf mich zu.
      Sogar das mit der „schönen“ 10jährigen Beziehung u B.ende, leider, weil es so nicht geht. Nur das ich Wassermann bin, damit aber auch sehr freiheits- und unabhängigkeitsliebend

      1. Mir gehts gerade genausoooo… 15 Jahre 3 Kinder. Er weiß, dass er mich nicht glücklich machen kann, nicht geben kann was ich brauche. Er liebt mich und würde alles für mich tun, nur kann er mir keine Herzenswärme geben, sagt er. Für mich unverständlich, wenn man jemanden liebt. Er kann sich nicht öffnen. Er versteht so vieles nicht. Und ich bin hin und her gerissen mit meinen Gefühlen.

        Kleiner Trost, ich fühle mich jetzt nicht mehr so allein.

        1. Liebe Marina,
          so etwas habe ich auch hinter mir: 12Jahre Beziehung, gesicherter Lebensstandart, schöne Urlaube, ein behütetes Zuhause…
          Dass nach 5 Jahren unse Beziehung schon fast am Ende war, sprich, wir nur noch wie Bruder und Schwester miteinander gelebt haben, hat ER kaum wahr-genommen. Wir hatten viele Gespräche (immer von mir angeregt), aber geändert hat sich nie etwas. Nach 12 Jahren hatte ich dann den Mut, ihn zu verlassen. Er war und ist nach zwei Jahren Trennung immer noch sehr enttäuscht, würde das aber niemals zeigen. Wir sehen uns ab und zu, trinken einen Kaffee zusammen (ich habe noch immer den Haustür-schlüssel, kann Sachen abholen, die noch dort sind…) und können jetzt besser miteinander reden, als während unserer Beziehung. Ist das nicht paradox?
          Ich wünsche mir so sehr, dass ich bald jemandem über den Weg laufe, der so tickt wie ich, denn ich bin schon bald 51 und fühle mich so alleine, wie nie zuvor.
          Danke für’s „zuhören“.

  13. Vielen Dank für Ihren hochinteressanten Beitrag.
    Ich gehöre absolut zu stark empathischen und einfühlsamen Menschen.
    Meine Erfahrungen allerdings bezüglich der Partner-Findung zeigen sich so, dass ich stets stark angezogen gewesen bin von Menschen, deren Fähigkeit zur Einfühlung nicht gerade ausgeprägt gewesen ist. Also gilt für mich das Prinzip „Gegensätze ziehen sich an „ eher.
    Vielleicht ist dies , spirituell betrachtet, richtig, denn auf diese Weise kann im Idealfall eine Ergänzung stattfinden, von der ebenso der Empathie-Mensch profitieren kann, denn auch sie haben ihre Schattenseiten.

  14. Sehr gut geschrieben, vielen Dank! Das bin ich. Höchstempathin, auf allen Empathiebenen daheim. Eher ein Fluch als ein Segen. Allerdings ist es bei mir eher so, je älter ich werde, desto zurückhaltender bin ich in Sachen Liebe geworden. Schwierig ist vor allem damit umzugehen, lieber allein zu sein um Seelenschmerz zu vermeiden aber sich irgendwie trotzdem eine Beziehung zu wünschen. Naja, die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt 🙂

    1. Ich habe lange dafür gebraucht zu kapieren, dass bevor die Hoffnung stirbt, sie stirbt ja bekanntlich zum Schluss, die Liebe, die Freude, die Gesundheit, das Glück und alles andere stirbt, nur die Schei..Hoffnung hält durch

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