Wertschätzung – aber bitte nach dir!

(Von Sabine Reischl)

Warum tun sich Menschen so schwer, sich selbst wertzuschätzen? Diese Frage beschäftigt mich schon eine Weile und deshalb möchte ich heute meine Gedanken dazu mit euch teilen.

Von klein auf wird uns beigebracht, dass wir immer zuerst auf andere achten und Rücksicht nehmen müssen, bevor wir uns selbst etwas wert sind. Erst wenn es unserem Umfeld gut geht, darf es auch uns gut gehen.

Aber ist das wirklich so?

Sehr oft höre ich Aussagen wie:
„Nein, das steht mir nicht zu!“
„Ich kann mich doch nicht über die Bedürfnisse meiner Mitmenschen stellen!“
„Ich investiere lieber alles in meine Kinder/meinen Partner, damit es ihnen/ihm besser geht!“

Aber wo bleibst du dabei?

Mal ehrlich! Glaubst du nicht, dass es deinen Kindern/deinem Partner nicht besser ginge, wenn auch du rundum glücklich und zufrieden bist? Wenn du mit dir selbst im reinen bist und glücklich? Was glaubst du, strahlst du dann auf deine Umwelt aus?

An dieser Stelle möchte ich eine kleine Geschichte erzählen:

Marie lebt mit ihrer kleinen Tochter Sophie und ihrem Ehemann Ben auf dem elterlichen Bauernhof am Rande der Stadt. Marie liebte ihre Familie heiß und innig und tut alles dafür, alle glücklich zu machen. Jeden Tag gibt Marie alles, um für Sophie eine gute Mutter zu sein, sie pflegt Ihre kranke Mutter aufopferungsvoll und sie liest ihrem Mann alle Wünsche von den Augen ab, um ihm eine gute Ehefrau zu sein. Marie vernachlässigt sich immer mehr, weil sie einfach keine Zeit übrig hat, in der sie sich vielleicht einmal ausruhen kann und ihre Energietanks wieder auffüllen. Viel zu viel hat sie sich aufgebürdet und gesteht sich keine Ruhe zu, um wieder neue Kraft und Energie tanken zu können. Marie bemerkte anfangs noch, dass sich ihr Körper meldet und eigentlich eine Ruhephase benötigt, um fit und leistungsbereit zu bleiben, doch diese ignoriert sie vehement. Marie wurde mit den Wochen und Monaten immer energieloser und kleinere Wehwehchen stellten sich ein. Diese verdrängte Marie aber weiterhin, weil Sie meinte, es sich einfach nicht leisten zu können, sich eine Auszeit zu nehmen. Schleichend und unbemerkt manifestierte sich eine unendliche Traurigkeit in Marie, welche immer größer und schmerzlicher wurde, bis Marie eines Tages nicht mehr konnte und ein Burnout erlitt…

Da Sophie zu diesem Zeitpunkt noch sehr klein war und die Mama die wichtigste Bezugsperson, beobachtete sie ihre Mama natürlich sehr genau uns lernte so dieselben Verhaltensweisen, wie sie Marie an den Tag legte. Sophie wuchs mit dem Gedanken auf, dass man selbst nicht so viel wert ist, als das liebe Umfeld. Nur wenn sie sich aufopfert, wird sie geliebt werden…

Was möchte ich mit dieser Geschichte sagen?

Es ist nicht nur für dich selbst wichtig, dir die nötige Wertschätzung zu geben, sondern auch für dein Umfeld! Gerade wir Erwachsenen mit Vorbildfunktion haben eine Verantwortung der Kinder gegenüber, dass diese einen respektvollen Umgang, sowohl mit sich selbst, als auch mit den Mitmenschen lernen. Hiermit möchte ich auf keinen Fall sagen, dass wir die Kinder zu egoistischen Einzelgängern erziehen sollen. Nein, aber zu Menschen, die auf sich schauen und die eigenen Bedürfnisse genauso ernst nehmen wie die der anderen. So kann auch in meinen Augen ein harmonisches und ehrliches Miteinander stattfinden.

Um es noch einmal besser zu verdeutlichen, möchte ich dir nachfolgend drei Vorteile nennen, warum du es dir wert sein solltest, auch auf dich selbst zu schauen:

Vorteil Nr. 1:
Wenn du mit dir selbst im reinen bist und auch auf deine eigenen Bedürfnisse achtest, hast du automatisch mehr Energie und schaffst so deine Aufgaben und Pflichten mit mehr Leichtigkeit!

Vorteil Nr. 2:
Wenn du respektvoll mit dir selbst umgehst, bist du ein großartiges Vorbild für andere! Vorausgesetzt du handelst zum Wohle aller Beteiligten! (Denke hierbei auch gerne an deine Kinder, wenn du welche haben solltest. Was wünschst du dir für deine Kinder?)

Vorteil Nr. 3:
Wenn du dir regelmäßig etwas Gutes tust und gleichzeitig deine Bedürfnisse stillst, bist du auch belastbarer und meisterst alle Situationen mit mehr Ruhe und Gelassenheit!

Ich möchte Dich jetzt einmla kurz zum Träumen einladen: Wie findest du diese Vorstellung, dass nicht nur dein Umfeld glücklich sein darf, sondern dass auch du es wert bist, glücklich zu sein? Stelle dir einmal vor, wie sich deine Situation schlagartig ändern könnte, hättest du deine persönlichen Pausen und wieder die Energie, die du dir wünschst. Was würde sich bei dir ändern? Lasse deiner Phantasie freien Lauf und träume von deiner perfekten Welt. Stelle dir vor, um wie viel leichter es für dich wird, deine Aufgaben zu meistern, wenn du dein persönliches Glück gefunden hast. Und wie schön dadurch die zwischenmenschlichen Beziehungen werden. Kreiere dir dein Phantasiebild in den schillerndsten Farben und schönsten Formen. Fühle dich auch so gut es geht hinein. Wie würde es sich für dich anfühlen, wenn du diese schillernde, farbenfrohe Welt bereits real erschaffen hättest?

Nachdem du nun eine kleine Vorstellung davon hast, wie dein Traumleben aussieht, möchte ich dir auch noch drei praktische Übungen mit an die Hand geben, damit du diese auch erreichen kannst.

Übung Nr. 1:
Plane dir täglich mindestens eine halbe Stunde für dich selbst ein. Was du in deiner „Me-Time“ machst, bleibt allein dir selbst überlassen. Wichtig ist, dass du etwas tust, was dir wirklich Freude bereitet und dir neue Energie schenkt. Ein Spaziergang, ein heißes Bad, Lesen, Meditation, alles ist erlaubt, solange du es dir wert bist!. Mache dir nur bewusst, dass diese begrenzte Zeit (diese halbe Stunde täglich) ausschließlich für dein Wohlbefinden gedacht ist.

Übung Nr. 2:
Lerne wieder, auf dein Körpergefühl zu achten. Versuche, selbst die noch so kleinen Anzeichen deines Körpers wahrzunehmen. Vielleicht ein leichter Kopfschmerz, der dir sagen will, dass du mehr trinken sollst oder das noch so kleine Gefühl, gerade eine kurze Pause zu benötigen. Wenn du ein Gefühl wahrnimmst, setze dich für drei Minuten hin und schließe deine Augen, Atme dann in dieser Zeit ganz bewusst tief aus und ein und beobachte deinen Körper, wie er neue Energie gewinnt. Danach nimm energiegeladen deine unterbrochene Tätigkeit wieder auf.

Übung Nr. 3:
Notiere dir alle Veränderungen, welche dir diesbezüglich auffallen, um sie dir zu gegebener Zeit wieder ins Bewusstsein rufen zu können.

SEI DU ES DIR WERT !


Wenn du Fragen hast oder du dich für ein pferdegestütztes Mentalcoaching interessierst, melde dich gerne bei Sabine Reischl direkt. Auf ihrer Webseite werden in ihrem persönlichen Blog regelmäßig interessante Themen online gestellt.

Sabine Reischl
www.mentalepferdepower.de
Autorin von „Lebe endlich selbstbestimmt“

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